PIET HOME

Partisan Artisan

Institut für alles Mögliche (ehem. Tiefgarage)

02.09 Einführung & Kenneth's Game

09.09 I Manufactured Wisdom 

16.09 I À la Descartes

23.09 I Partisan Artisan

30.09 I Umzug zu St. Gertrud, Tu So Da kommt der Chef

"Interactive artwork requires good framing. Like a game needs rules. These ought to be invitations not restrictions. It is in this ‘meta-space’ that freedom exists."

 

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Piet Home mit Formen kollektiver Situationen und ihren architektonischen Anordnungen. Für die Ausstellung Partisan Artisan entwickelt er ausgehend von Überlegungen zu Klassenräumen, Gerichtssälen, Kirchen oder anderen Formen gemeinschaftlicher Ordnungen ein System miniaturhafter Bänke und Tische, die aufgrund ihrer ironischen Fehlkonstruktionen oder Abweichungen in Maß und Form zu Verschiebungen der Perspektive und Zugänglichkeit führen. Aus der non-verbalen Aufforderung der Objekte sie zu nutzen und gegebenenfalls zu korrigieren, entsteht ein spontanes in Beziehung setzen der Besucher zum Ort und seinen Variablen. Die Ausstellung ist ein offenes Forum, in dem der Künstler zu unterschiedlichen rhetorischen und humorvollen Spielformen, wie „Manufactured Wisdom" oder „À la Descartes", einlädt. Dabei interessieren ihn die sozialen und philosophischen Bedingungen von Spielsystemen sowie ihr Potenzial der Verschiebung in einen Raum, der durch die Vorgaben im Vokabular auch auf die Grenzen einer angenommen Freiheit verweisen. 

 

In den Spielen von Piet Home geht es u.a. um angeeignete und eigene Narrationen, das kollektive Gedächtnis und seine Trugschlüsse sowie die Produktion von Überlappungen und den Versuch aus einer widersprüchlichen Datenbank zu schöpfen. Außerhalb der Veranstaltungen stellt der Künstler den Raum für interessierte Personen und andere Konzepte zur Verfügung. 

 

Für die Finissage wird es einen Umzug der Möbeleditionen vom Ebertplatz zur Sankt Gertrud Kirche geben. Vor Ort wird der Künstler gemeinsam mit den Besuchern akustisch auf den Kirchenraum und seine asymmetrischen Eigenschaften reagieren. Durch das gemeinschaftliche Verschieben und Neuarrangieren der Sitzmöbel entsteht eine kollektive Raumerfahrung und flexible Skulptur, neu entdeckter oder verfehlter Anordnungen von Gemeinschaft.

Victoria Tarak