NILS WEILIGMANN

 

*1988, lebt und arbeitet in Karlsruhe

 

trtrlpssng,

2021 Beton mit Urin und Wasser, Armierung, Styropor

Fünf Betonpoller stehen am Eingang zum Hof. Die unausgesprochene Aussage – dahinter, drinnen fängt etwas an. Was grenzen sie ab? Was schützen sie? Erst einmal sich selbst. Die metallenen Armierstangen, sonst das innere Geflecht jedes Betongusses, sind nach außen verlagert. Wie Säcke oder Kissen schmiegt sich der Betonan sein Exoskelett. Die glatten Oberflächen locken und stoßen doch ab – als unbequeme Abstandshalter schützen die gebogenen Eisenstangen und Kupferdrähte den Betonguss vorden Leuten, die sich sonst gemütlich setzen oder anlehnen würden. Witterungseinflüssewerden sie rostrot einfärben und dunkel anlaufen lassen. Die neongelbe Markierungsfarbehält die Position der Poller und ihre Sockel aus Hartschaum fest, als ob jemand kommenund sie verrücken könnte. Die Noppen aus Beton, viele akkurat und gleichmäßig, andereschon eingedellt, möchte man fast wie Luftpolsterfolie mit den Fingern eindrücken. Nils Weiligmann hat die Exoskelette mit einer Mischung aus Beton und Urin ausgefüllt. Eine Mischung als ressourcenschonende Utopie, gedacht für Orte mit viel Sand und wenig Wasser. Wie lange man wohl bräuchte, um damit eine Stadt auf dem Mond zu bauen?„trtrlpssng“ behauptet und versetzt eine Grenze. Der Urin, der Territorien und Häusereckensonst flüchtig markiert, wird nun selbst in Beton gegossen. Die Grenze verfestigt sich, verlängert die Transitzone des Eingangs und unterteilt das Gelände der Simultanhalle schließlich in ein Innen und Außen.

 

Anna Schütten

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